Die Freien Städte

Unter den Freien Städten versteht man die einzelnen Stadtstaaten im Südosten der Bekannten Lande. Die Territorien der freien Städte erstrecken sich im Norden bis an die Grenzen des Zirkellandes und der Weiten Ebene, im Süden bis zu den Vier Schlafenden Brüdern, im Osten grenzen sie an den Elbenwald und im Westen an das Ruinenfeld an. Kulturell, politisch und gesellschaftlich unterscheiden sich die Freien Städte so sehr von einander, dass sie den Rahmen dieser Seite sprengen würden, sollten sie hier alle beschrieben werden. Um ein Beispiel zu geben, wird hier erst einmal nur die Stadt Mirano vorgestellt.

Mirano,

die Stadt der Gilden

Allgemein

Mirano ist eine in drei geteilte Großstadt. Sie beherbergt annähernd 20.000 Bewohner hinter ihren starken Mauern. Hinzu kommt noch ein gigantisches Zeltlager, in dem sich zu Hochzeiten durchaus weitere 10.000 Besucher tummeln. Die in Mirano ansässige Bevölkerung setzt sich größtenteils aus Menschen zusammen. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung sind Zwerge, 10 Prozent Halborks und Orks, drei Prozent Elben und Halbelben und zu guter Letzt noch etwa ein Prozent Halblinge.

Mirano wird von einer großen Stadtmauer vom Ufer des Sila-See bis zur Mündung des Flusses Großer Sila umschlossen. Das Innere der Stadt ist durch weitere Mauern in drei Teile geteilt.

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Die Stadtteile von Mirano

Vor den Mauern der Fremdenstadt befindet sich ein riesiges Zeltlager (8), dass sich planlos entlang der Stadtmauer und der Straße erstreckt. Am Straßenrand stehen zahlreiche Verkaufsbuden, die Waren unterschiedlichster Qualität anbieten. Wer in die Fremdenstadt möchte, muss erst dieses Chaos durchschreiten, bevor er die Stadt betreten kann. Am Zeltlager in der Nähe des Warentors ist auch das Stammhaus der Freien Botenreiter zu finden (11).

Die Fremdenstadt

Die meisten Reisenden werden als erstes - einige auch als einziges - die Fremdenstadt von Mirano kennenlernen. Dieser Stadtteil ist der jüngste und interessanteste Teil von Mirano, würden viele der Reisenden behaupten. Unzählige Straßen, Wege und Gassen verbindenden zahlreiche kleinere und größere Plätze miteinander, auf denen die verschiedensten Waren und Dienstleistungen feilgeboten werden. Verlässt man als Besucher jedoch die Hauptstraßen ohne sich auszukennen, verliert man in dem Gewirr der Gassen und Straßen leicht die Orientierung. Kein Haus gleicht dem anderen und man bekommt schnell das Gefühl, dass die Gebäude der Fremdenstadt willkürlich und ohne Plan erbaut wurden. Da nur die Hauptverkehrstraßen in der Fremdenstadt gepflastert sind, dienen sie Fremden oft als Orientierungshilfe.

Die Fremdenstadt kann von außen durch zwei Tore betreten werden. Das Warentor ist fahrenden Händlern und Bauern vorbehalten, die mit ihren schweren Karren und Wagen in die Stadt hinein und hinaus drängen. Reisende mit leichtem Gepäck können durch das Fremdentor in die Stadt gelangen. Je nachdem, welches von den Toren man durchquert, begrüßt die Fremdenstadt seine Besucher mit einem anderen Gesicht. Hinter dem Warentor erblickt der Reisende auf seinem Weg ins Zentrum größtenteils Wohn- und Lagerhäuser. Reisende, die das Fremdentor auf dem Weg ins Innere der Stadt passieren, kommen dagegen an zahlreichen Schränken, Tavernen, Herbergen und Gasthöfen vorbei, die sich dicht an dicht der Hauptstraße entlang erstrecken. Verlässt man die Hauptstraße schon kurz nachdem man das Fremdentor durchquert hat, steht man bald in offenem Feld, wo sich das Zeltlager (7) innerhalb der Stadt fortsetzt.

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Die Fremdenstadt lässt sich grob in drei Teile unterteilen.

Die Schattengassen (Grau)

Die Schattengassen gelten als das Vergnügungszentrum der Fremdenstadt. Hier kann man praktisch jede Dienstleistung erhalten, die man sich nur denken kann. Außerdem findet man hier das Hyppodrom (5), in dem regelmäßige Pferderennen stattfinden und Schattenheim (9), die Gilde der Assassinen.

Fremdenflucht (Gelb)

Fremdenflucht ist Wohn- und Arbeitsstätte der Einwohner von Mirano, die sich die Bürgerschaft nicht leisten können, ebenso wie für viele Einwanderer aus anderen Gegenden. Hier kann man auch die Gilde der schönen Künste (10), das Theater (31), die Gilde der Metzger und Fleischer (13), die Gilde der Bauern (3), die Gilde der Zauberkundigen (6) und ein Ordenshaus des Gewundenen Rads (4) finden. Außerdem findet man innerhalb der Fremdenflucht das Zwergenviertel (1) und den Zwergenmarkt (2), auf dem die ansässigen Zwerge ihre Erzeugnisse anbieten.

Altsila (Orange)

Sila war früher ein kleines Dörfchen, das auch schon vor der Gründung von Mirano an dieser Stelle existierte. Erst nachdem Mirano aus allen Nähten zu platzen drohte und der Stadtrat den Bau der heutigen Stadtmauer beschloss, lag Sila innerhalb des Stadtbereichs von Mirano und wurde zum ersten Stadtteil der Fremdenstadt. Heute ist Altsila einer der ruhigsten Ecken der Fremdenstadt, auch wenn sich hartnäckig Gerüchte halten, dass sich dort einer der größten Schwarzmärkte Miranos befinden soll. Außerdem ist dort der Sitz der Bettler-Gilde (12).

Vom Fremdenviertel aus hat man zwei Tore zur Auswahl, um zur Hafenstadt weiteruzreisen, wenn man bereit ist, den Wegzoll von 5 Kupferdrachen zu bezahlen. Auch kann man von der Fremdenstadt aus durch die Elben-Pforte in die Oberstadt gelangen. Der Wegzoll dort beträgt jedoch einen Silberdrachen, es sei denn man ist ein Elb.

Die Hafenstadt, oder Alt-Mirano

Die Hafenstadt kann man von außerhalb durch das Hafentor betreten oder aber über das Fremdenviertel durch das Heer- oder Hafer-Tor. An allen 3 Toren muss ein Wegzoll von 5 Kupferdrachen pro Person und Wagen entrichtet werden. Dieser Stadtteil beherbergt den Großteil der Produktions- und Handwerkerbetriebe der Stadt. Außerdem werden hier die meisten Handelsgeschäfte getätigt und die Militärgarnison von Mirano (14) ist hier zu finden. Die Hafenstadt ist deutlicher strukturierter als die Fremdenstadt. Kaum eines der steinernen Gebäude hat weniger als zwei Etagen. Auch alle Straßen sind gepflastert, selbst die kleinsten Gassen.

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Die Hafenstadt lässt sich in vier Bereiche unterteilen

Handwerker-Bezirk (Grün)

Viele der Gebäude im Handwerker-Bezirk besitzen im Untergeschoss einen Laden oder kleine Werkstatt, in denen man die Waren der Handwerker direkt erwerben kann. Vereinzelt findet man hier auch einige Schenken und Lagerhallen. Am großen Handwerkermarkt findet man auch den Gilden-Komplex der Handwerker (19), in dem die meisten Handwerker-Gilden ihren Sitz haben. Außerdem ist das Hauptquartier der Stadtwache (18) hier ansässig, bei der man Passierschein für die Tore erwerben kann.

Alt-Mirano (Blau)

Die Altstadt von Mirano ist für die Hafenstadt heute das, was die Schattengassen für die Fremdenstadt sind. Hier findet man zahlreiche Schenken, Tavernen und Herbergen, in denen sich Reisende, Bürger, Matrosen und Händler gleichermaßen erholen können. In der hier ansässigen Werft können kleinere und mittlere Schiffe gebaut und in Stand gesetzt werden. In der Nähe des Fischerhafens gibt es einen schattigen Platz, der völlig von der Krone eines Herzbaums (16) beschirmt wird. Bei Sonnenauf- und Untergang kann man dort viele Elben antreffen, die dort singen und musizieren, während die Sonne wunderbare Farbenspiele im Geäst des Baumes erzeugt. Ganz in der Nähe findet man auch die Fischer-Gilde (15) und die Rote Gilde (17).

Handelsbezirk (Grau)

Im Handelsbezirk findet man, vor allen Dingen in der Nähe des Handelshafens, auffallend viele Lagerhäuser und Silos ebenso wie die beiden größten Marktplätze Miranos. Am Großmarkt, wo man alles, was das Herz begehrt, erwerben kann (vorausgesetzt man hat genügend Geld in der Tasche), fällt ein großer Hallenkomplex auf. In diesen Hallen werden Waren angeboten, die aufgrund ihrer Kostbarkeit einen gewissen Schutz bedürfen. Diese Handelshalle (20) wird gut bewacht und grenzt an die Gildenhäuser der Geschmeidemacher und der Krämer an. Auf dem Gewürzmarkt, schließlich, findet man neben Köstlichkeiten aus allen Winkeln der Bekannten Lande, auch die Gilde der Fernhändler (21) und Geldverleiher (22).

Sperrbezirk (Rosa)

Der Sperrbezirk ist für die meisten Bewohner Miranos nicht zugänglich. Dort findet man neben zahlreichen Baracken für die Soldaten Miranos, Lagerhallen, den Militärhafen nebst Werft und etlichen Versorgungsgebäude der Garnison. Dieser Bezirk wird streng von Soldaten überwacht.

Die Oberstadt

Die Oberstadt ist den Reichen und Mächtigen vorbehalten und auf einer sanft geschwungenen Hügelkuppel angelegt. Von dort aus hat man einen wunderschönen Ausblick über die Stadt und den Sila-See. Die Oberstadt ist geprägt von reich verzierten mehrstöckigen Bauten und prächtigen Straßen, die sogar häufig von Mosaiken verziert sind. Hier zeugt alles vom Reichtum und Stolz der hier lebenden Bewohner. Umgeben ist die Oberstadt von einem weitläufigen Grüngürtel. Im Nordwesten dieses Grüngürtels befindet sich der Elben-Hain (30), in dem sich einige Waldelben niedergelassen haben. Im Südwesten befindet sich der Druiden-Hain (29), der außer seiner religiösen Bedeutung auch eine politische Bedeutung hat, da sich dort auch eine Botschaft des Zirkellandes befindet.

Die Oberstadt kann durch drei Tore betreten werden. Durch das Bürgertor gelangt man ins Umland. Dort gibt es auch eine Wechselstation (20) der Winterreiter (der schnellste Botendienst der Bekannten Lande). Durch das Prunktor gelangt man in die Hafenstadt und durch die Elben-Pforte in die Fremdenstadt. Ohne Passierschein muss man jedoch einen Silberdrachen Wegezoll bezahlen, wenn man eines der Tore durchqueren möchte.

Auch wenn sich die Oberstadt nur schwer in verschiedene Bereiche unterteilen lässt, ist doch ein Unterschied zwischen den prachtvollen Bürgerhäusern (Orange) und imposanten Villen (Rosa) nicht von der Hand zu weisen. In der Oberstadt kann man am Markt der Spezialitäten das prächtige Gebäude des Ballsaals (32) bewundern oder auf dem Markt Spezialanfertigungen in Auftrag geben. In der Nähe befindet sich auch eine weitere Handelshalle (28) der Geschmeidemacher. Oder man genießt in einer der zahlreichen Trinkstuben am Verwaltungspalast (27) die Atmosphäre des großen Platzes, auf dem des Öfteren auch Kostümfeste stattfinden. Ganz in der Nähe befindet sich auch die Gilde der Zöllner (23), wo man unter anderem auch Passierschein für die Tore erwerben kann. Etwas außerhalb der Oberstadt befindet sich das wohl exklusivste Badehaus (24) Miranos, das sich großer Beliebtheit bei den Reichen der Stadt und gut betuchten Reisenden erfreut. Der Ratssitz des Stadtrates, dem die Oberhäupter aller Gilden der Stadt angehören, befindet sich im Stadtpalast (25), der von weitläufigen Parkanlagen umgeben ist.