Die Zwerge

Allgemein

Als die Menschen das erste Mal auf die Zwerge trafen, gaben sie ihnen den Namen Zwerge, da sie erst dachten, dass es sich um kleinwüchsige Menschen handeln würde, die sie im Allgemeinen so zu nennen pflegten. Dies wird jedem einleuchten, dem einmal ein Zwerg begegnet, erreichen doch selbst die größten unter ihnen meist nicht einmal eine Höhe von 150 cm (ein kluger Mensch wird die Höhe eines Zwerges niemals mit seiner Größe gleichsetzen, will er sich nicht dem Zorn des kurzen Volkes aussetzten). Ihre eigentliche Volksbezeichnung behielten die Zwerge für sich und übernahmen die Bezeichnung "Zwerg" für den Umgang mit anderen Völkern.

Zwerge
Größe 1,20- 1,60 m
Gewichtberechnung Größe-80
Attribute Durchschnitt
ST 12
KO 14
GE 10
RE 10
FF 12
WI 12
KL 10
WE 12
IN 10
WA 10
Aussehen 10
Magiestufe 0
Vor u. Nachteil.
Nachtsicht
Pflichtgefühl Stufe 3 (dem Zwergenvolk)
Zwergengeschwindigkeit
Eingeschränkte Waffengröße 2

Angehörige der Zwergenrasse sind stämmig, breit gebaut, ungewöhnlich muskulös und zäh. Ihre Ohren weisen eine leicht spitzzulaufende Form auf, die aber nicht mit elbischen Ohren vergleichbar ist. Alle männlichen Zwerge zeichnet ein starker Bartwuchs aus, der bei weiblichen Zwergen nur schwach bis gar nicht ausgeprägt ist. Haaren, besonders ihrer Länge und Frisierform, scheint in den ZwergenClans eine besondere Bedeutung beigemessen zu werden. Während vor allem junge Zwergenmänner noch kurze Bärte besitzen, weisen ältere und angesehene Zwerge oft eine imposante Bartlänge auf, die sie teils zu ungewöhnlichen Haartrachten und Formen frisiert haben. Ähnliches trifft bei den Zwergenfrauen auf ihr Haupthaar zu. Auffallend sind die aufwändigen Bärte und Haarfrisuren der Zwerge vor allem bei Festtagen und besonderen Gelegenheiten. Durch sie können andere Zwerge Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Position und den Familienstand des Betreffenden schließen. Außerdem scheint ein gut gepflegter Bart oder gepflegtes Haar erotisch auf das andere Zwergengeschlecht zu wirken. Ihre Haut ist durch ihre meist unterirdische Lebensweise weiß, doch, wenn ein Zwerg auf Reisen geht, nimmt er schnell eine rosarote bis tomatenrote Hautfärbung an den Stellen an, wo die Sonne sie ungeschützt erreichen kann. Um dies zu vermeiden, tragen kluge Zwerge eine Schutzschicht aus Fetten, Asche und anderen Bestandteilen auf, sodass ihre Haut aschfarben wirkt. Dies scheint zu dem Vorurteil beigetragen zu haben, dass sich Zwerge nie waschen würden, weil sie immer "dreckig" aussehen.

Die Kleidung der Zwerge ist zweckmäßig, funktional und robust. Selbst bei Festlichkeiten dominieren Wolle, Leder und Metall ihr Erscheinungsbild. Die bevorzugte Waffenart der Zwerge sind Beile und Äxte als Nahkampfwaffe und Armbrüste für den Fernkampf. Zwerge stehen in dem Ruf, ausgezeichnete Bergleute, Handwerker und vor allem Schmiede zu sein. Der Zwergenstahl ist wohl die bekannteste Errungenschaft der Zwerge.

Lebensweise

Zwerge bevorzugen eine unterirdische Lebensweise. Ihre Dörfer und Städte sind wie gigantische Stollensysteme angelegt. Durch dieses unterirdische Gewirr von Stollen, Gängen und sogar Galerien sind die verschiedenen Nutz- und Wohnhöhlen mit einander verbunden. Die Zwerge nutzen eine schwach biolumineszente Pilzart, die sie an den Decken der Gänge und Höhlen ansiedeln, als Lichtquelle. Ein Mensch würde dies als reine Zeitverschwendung ansehen, da das grünliche Schimmern der Pilze nur sehr schwach ist, doch den Zwergen genügt dieses Licht, um sich gut in den Tunneln zu orientieren.

In ihren unterirdischen Behausungen gehen die Zwerge den verschiedensten Tätigkeiten nach. Bergbau, Pilz- und Tierzucht, Schmiedekunst und noch einiges mehr. Oftmals findet man in der Nähe der oberirdischen Eingänge der Zwergensiedlungen Felder, auf denen Gerste angepflanzt wurde und etliche Hopfenhecken. Diese Pflanzen scheinen ausschließlich für das berühmt-berüchtigte Zwergenbier angepflanzt zu werden. Über ihre Geschichte reden die Zwerge mit anderen Völkern nicht, auch scheinen sie keine Götter zu verehren.

Es soll auch noch ein hartnäckiges Gerücht Erwähnung finden, welches sich um die Zwerge dreht. Es besagt, dass sie tief in den Eingeweiden ihrer Siedlungen seltsame Konstruktionen aus Eisen erbauen, um die Kraft der Erde damit anzuzapfen. Angeblich brodeln, pfeifen und zischen diese eisernen Monster und können riesige Mengen kochender Wolken ausstoßen. Außerdem sollen sie Unmengen Wasser trinken können. Um was es sich bei dieser seltsamen Kraft handelt ist nicht bekannt. Fest steht lediglich, dass es sich nicht um Mana handelt, welches die Magier von Mystor, beispielsweise, durch ihren Manabrunnen, der Erde entziehen. Bestätigt werden konnte dieses Gerücht bisher jedoch nicht, denn jeder Zwerg schweigt beharrlich zu diesem Thema, wenn man es anspricht.

Die meisten Zwerge können mit dem Konzept der Magie nicht viel anfangen. Es soll zwar einige wenige Zwerge geben, die Zauberkräfte besitzen, doch diese verlassen meist ihren Heimstein, da sie ihr wissen dort nicht vertiefen können. Hinzu kommt, dass ihre Mitzwerge Magiebegabten oft skeptisch bis abweisend gegenüberstehen, und sie dadurch langsam isoliert werden.

Zwerge leben in Clans. Einem einzelnen Clan können nur einige wenige Zwergenfamilien oder mehrere tausend Zwerge angehören. Ein Clan kann auf mehrere Orte verteilt leben, fühlt sich seinen Vettern und Basen in den anderen Orten trotzdem zugehörig. Die verschiedenen Ortschaften des jeweiligen Clans befinden sich meist in einem bestimmten Gebiet, welches von den Zwergen als Heimstein bezeichnet wird. Viele Menschen nehmen fälschlicherweise an, dass damit die Hauptstadt des Clans benannt wird.

Den Menschen sind drei solcher Clangebiete bekannt:

Der Clan des Obsidians

Der ehemalige Heimstein des Obsidianclans befindet sich in den südöstlich gelegenen Bergen des Flammengebirges in der Nähe der freien Stadt Geronidan.

Der Clan des Obsidians ist wohl in früheren Zeiten ein großer und einflussreicher Clan gewesen. Nach und nach mussten sie jedoch ihre Stollen aufgeben und ihren Heimstein verlassen. Die wenigen Berichte, die bekannt wurden, erzählen von immer wiederkehrenden Überfällen durch Monster und drachenartige Ungeheuer, die mordend in die Tunnel einbrachen und die Zwerge trotz verzweifelter Gegenwehr immer weiter aus ihrer Heimat vertrieben.

Heute leben viele Angehörige dieses Clans in Geronidan und in anderen der Freien Städte. Es gibt nur noch einige kleine Zwergensiedlungen in den Bergen, die den Kampf gegen diesen unbekannten Feind fortsetzen.

Wen verwundet da die verschlossene und griesgrämige Art der Flüchtlinge, die viele Menschen mit allen Zwergen in Verbindung bringen. Haben doch die meisten Menschen bisher nur Angehörige des Obsidianclans kennen gelernt, die entwurzelt in den Städten leben und lieber unter sich bleiben, um das zu erhalten, was von ihrer Kultur übrig geblieben ist.

Der Clan des Bergolims

Der größte bekannte Zwergenclan hat seinen Heimstein in den Granitfelsen der Vier Schlafenden Brüder. Dieser Clan hat sich als außerordentlich geschäftstüchtig erwiesen. Fast sämtliche zwergische Waren im Handel stammen aus ihren Hallen und Produktionsstätten. Sie verkaufen Zwergenstahl, Zwergenbier, Waffen und allerlei anderer Dinge. Eigens zum Warenaustausch haben die Zwerge eine kleine Siedlung am Fuß ihres Gebirges errichtet. Angehörige anderer Völker werden von ihnen gewarnt, tiefer in die Berge vorzudringen.

Der Clan des Brandurams

Brandurams Clan hat seinen Heimstein im Südwesten der Flammengebirge. Über diesen Clan ist nicht viel bekannt. Andererseits erzählt man sich, sie lägen im Zwist mit den Echsenmenschen im Faulgaswald, oder dass sie sich z.B. als Seefahrer betätigen würden.

Ein absurder Gedanke, Zwerge mit dem Meer in Verbindung zu bringen! Doch tauchen immer wieder Gerüchte auf, dass eiserne Schiffe ohne Segel an den Steilklippen der Flammengebirge gesichtet wurden, deren Mannschaft Zwerge sein sollen.

Die Religion der Zwerge

Eigentlich kann man bei dem Glauben der Zwerge nicht von einer Religion reden. Doch besitzen die Zwerge einen Kodex, den sie eifrig befolgen.

Sie zelebrieren die dort festgelegten Bräuche und Feste so feierlich, wie es die Menschen meist nur zum Gottesdienst pflegen. Der Kodex ist die Basis der Zwergengesellschaft. Er begleitet die Zwerge das ganze Leben lang und deckt einen großen Bereich des Zwegenlebens ab. Jeder Zwerg versucht sich an diesen Kodex zu halten, wann immer es ihm möglich ist. Obwohl die Auslegung des Kodex von Clan zu Clan leicht variiert, ist der Schwerpunkte des Kodex in allen Clans gleich. Rituale, Bräuche und Feste sind wichtige Komponenten des Kodex, die in Jahres- und Lebenszyklus aufgeteilt sind. Rituale des Lebenszyklus sind die Eckpfeiler des zwergischen Lebens. Von ihnen gibt es nur sehr wenige. Dies wären z.B. das Geburtsritual, das Ritual des Erwachsenwerdens, Waffenbruderrituale, Heiratsrituale und das Todesritual.

Bei den Ritualen wird durch geistige und körperliche Anstrengung, unterstützt durch die anderen Clanmitglieder, versucht, den Körper und den Geist eines Zwerges zu stärken. Es ist immer ein besonderes und tiefgreifendes Erlebnis für alle Teilnehmer. Die Zwerge erinnern sich daher ihr gesamtes Leben an ihre Rituale. Einige glauben sogar, dass das Erwachsenwerden usw. nur durch das Ritual eintreten kann.

Zwerge, die dem Kodex nicht entsprechen, gelten als untreu, unfair, schwach und minderwertig.

Eine der größten Unterschiede zu anderen Religionsgemeinschaften ist die Tatsache, dass es bei den Zwergen keine wirklichen Gottesdiener gibt. Eine vergleichbare Position nehmen erfahrene Zwerge ein, die sich einen Namen gemacht haben und sehr angesehen sind.

Da die Zwerge fast nie mit Fremden über ihre Religiösität reden, ist unter den anderen Völkern kaum etwas darüber bekannt.